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Frauengesundheit: Welche Hilfen hat der Landkreis?

Kreisrätinnen Marese Hoffmann (li.) und Stephanie Burgmaier

Dachau – Über Frauengesundheit ist in der Öffentlichkeit bisher viel zu wenig gesprochen worden. Fanden jedenfalls die Kreisrätinnen Stephanie Burgmaier (CSU) und Marese Hoffmann (Grüne) und nahmen sich deshalb des Themas an. Um ihre Kolleginnen aus Kommunalpolitik darüber zu informieren, wie der Landkreis Thema beim Thema Frauengesundheit aufgestellt ist, organisierten sie mit Unterstützung der Gesundheitsregion plus ein Online-Meeting mit drei Vorträgen. Zu diesem Zweck – Information, Vernetzung und Wissensvermittlung – haben die Kreisrätinnen ein Forum geschaffen, in dem sich Politikerinnen aus Kreis, Stadt und Gemeinden über Parteigrenzen hinweg regelmäßig über wichtige Frauen- und Landkreis-Themen austauschen können.

Die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus, Annette Eichhorn-Wiegand, half bei der Organisation und Moderation der Veranstaltung.

Der erste Referent war Professor Dr. Florian Ebner, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe am Helios Amper-Klinikum Dachau. Er erläuterte in seinem Vortrag „Ein Gesundheitsleben in der Frauenklinik Dachau“ die verschiedenen operativen und nicht invasiven Therapieverfahren sowie Präventionsmaßnahmen, zum Beispiel die HPV-Impfung. Die 17 Teilnehmerinnen erfuhren, wie viele verschiedene Therapiemöglichkeiten allein das Klinikum in Dachau mit seinem zertifizierten Brustzentrum und dem gynäkologischen Krebs-, Endometriose-, Myom- und Beckenbodenzentrum angeboten wird. In der geburtshilflichen Abteilung kommen jedes Jahr rund 900 Babys zur Welt.

Danach referierte Dr. Till Krauseneck aus der Klinik für Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie Haar über die psychischen Veränderungen unter der Covid-19-Pandemie unter dem Aspekt, dass Frauen hier besonders belastet sind. Er erläuterte, dass heute die Therapien unter ganz anderen Bedingungen ablaufen als viele das vorstellten. Im Zentrum stehe der Mensch mit seinen Problemen. Zum Einsatz kämen jeweils individuell passende psychotherapeutische Therapieverfahren, um so den Menschen zu stärken und neue Lösungswege zu erarbeiten. Die medikamentöse Behandlung komme zwar zum Einsatz, spiele in der Klinik für Psychosomatik aber in einer Nebenrolle.
Im letzten Vortrag der Abendveranstaltung sprach die Apothekerin Agnes Weichel aus der Flora Apotheke in Dachau über die Unterschiede in Bezug auf die Arzneimitteltherapie bei Frauen und Männern. Sowohl die Wirkung der Arzneimittel als auch der Stoffwechsel von Arzneimitteln können sich bei Frauen und Männern unterscheiden. Dies liege an verschiedenen Faktoren wie einem anderen Hormonhaushalt oder einem generell geringeren Körpergewicht, aber auch einem physiologisch höheren Körperfettanteil. Letzteres führe zu einer Speicherung von fettlöslichen Arzneistoffen im Körper. Auch hätten Frauen eine andere Enzymausstattung als Männer, weshalb manche Arzneistoffe langsamer abgebaut werden könnten. Alle diese Faktoren könnten die Wirkung und Nebenwirkung von Medikamenten beeinflussen. Es sei daher besonders wichtig, dass Frauen in klinischen Studien adäquat mit einbezogen werden.

Nach jedem Vortrag stellten die Teilnehmerinnen zahlreiche Fragen stellen. Am Ende der Vortragsreihe gingen die Teilnehmerinnen mit dem Wissen auseinander, dass sowohl im ärztlichen als auch im pharmakologischen Bereich im Landkreis alles getan wird, um Frauen optimal zu versorgen.

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