120 Tonnen Kartoffeln werden verschenkt: Jeder kann sich jetzt welche holen

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Manchmal wird aus einem Problem eine gute Idee. Genau das passiert gerade in Belgien. Dort werden 120 Tonnen Kartoffeln verschenkt, und jeder kann sich welche holen. Gratis. Was zuerst wie eine verrückte Nachricht klingt, ist für viele Menschen ein echter Glücksfall.

Warum so viele Kartoffeln einfach weg müssen

Der Grund ist simpel und doch ziemlich bitter für die Bauern: Es gibt viel zu viele Kartoffeln. Die Ernte war so groß wie nie. Die Lager sind voll bis oben hin, und ein Teil der Knollen passt nirgends mehr hinein.

Auf dem Hof Torenhof im belgischen Vlamertinge war die Situation besonders eng. Die Familie musste sich etwas einfallen lassen. Wegwerfen war zu schade. Also kam die Idee auf, die Kartoffeln zu verschenken.

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Eine Aktion, die aus der Familie selbst kam

Besonders schön daran ist: Nicht Erwachsene allein haben die Aktion gestartet. Die Kinder der Familie, Noor, Lotte und Tom, halfen mit und machten eigene Flyer. Sie wollten, dass die Kartoffeln nicht einfach vernichtet werden.

Die Mutter erklärte, man habe den Kindern gesagt, dass zu viele Kartoffeln da seien. Man müsse sie entweder verschenken oder vernichten. Für eine aufwendige Lösung blieb keine Zeit. Also wurde die unkomplizierte, menschliche Variante gewählt.

So läuft die Gratis-Aktion ab

Noch bis zum 18. April können Menschen die Kartoffeln auf dem Hof abholen. Sie liegen bereits in Eimern bereit und warten auf neue Besitzer. Schon am ersten Tag kamen viele Menschen vorbei.

Laut Bericht nahmen manche nur ein paar Kilogramm mit. Ein Mann soll sogar mehr als 100 Kilogramm abgeholt haben. Das klingt erst einmal viel, aber bei einem solchen Überschuss verliert man schnell das Gefühl für Mengen.

Warum die Kartoffeln nicht einfach liegen bleiben

Was nicht abgeholt wird, soll untergepflügt werden. Das ist hart, aber in der Landwirtschaft oft die letzte Lösung. Andere Bauern bringen überschüssige Kartoffeln auch zu Biogasanlagen. Doch für die Familie Torenhof waren die Knollen dafür zu schade.

Und genau das macht die Aktion so sympathisch. Hier geht es nicht nur um Lebensmittel. Es geht auch um Respekt vor Arbeit, Boden und Ernte. Wer jemals selbst etwas angebaut hat, weiß, wie weh es tun kann, gute Ware wegzuschaffen.

Der Überschuss in Belgien ist riesig

Die Geschichte aus Vlamertinge ist kein Einzelfall. In Belgien gibt es laut Berichten einen Überschuss von rund 860.000 Tonnen Kartoffeln, die kaum noch verkäuflich sind. Industriebetriebe für Tiefkühl-Pommes haben ihre Lager bereits gefüllt. Dadurch sinken die Preise stark.

Das ist für Verbraucher erst einmal angenehm. Für Bauern ist es jedoch ein Problem. Wenn der Markt zu voll ist, bleibt am Ende oft nur wenig Gewinn. Manchmal sogar Verlust. Und dann steht man da mit prall gefüllten Hallen und ohne gute Lösung.

Warum diese Aktion auch für Sie spannend ist

Solche Nachrichten zeigen, wie schnell aus einem Lebensmittel ein Wegwerfprodukt werden kann. Kartoffeln sind eigentlich etwas ganz Bodenständiges. Sie sind günstig, sättigend und vielseitig. Trotzdem landen sie manchmal im Überschuss, weil das System so läuft.

Gerade deshalb berührt diese Aktion viele Menschen. Sie ist praktisch, direkt und ehrlich. Wer Kartoffeln holt, spart Geld. Wer sie verschenkt, rettet Essen. Und wer davon liest, merkt vielleicht wieder, wie wertvoll einfache Lebensmittel sind.

Was Sie mit vielen Kartoffeln zu Hause machen können

Wenn Sie selbst plötzlich viele Kartoffeln haben, müssen Sie nicht verzweifeln. Es gibt viele einfache Ideen. Sie lassen sich kochen, braten, backen oder einlagern. Wichtig ist nur, dass Sie sie kühl, trocken und dunkel aufbewahren.

Aus größeren Mengen können Sie leicht Vorräte für mehrere Tage machen. Kartoffelsalat, Ofenkartoffeln, Kartoffelsuppe oder Bratkartoffeln sind echte Klassiker. Und oft schmeckt das Schlichte am besten.

Einfache Kartoffelsuppe für 4 Personen

Falls Sie ein schnelles Gericht suchen, passt diese Suppe gut zu vielen Kartoffeln.

  • 800 g Kartoffeln
  • 2 Karotten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 2 EL Öl
  • 100 ml Sahne oder Kochsahne
  • Salz und Pfeffer
  • etwas Petersilie

Die Zwiebel klein schneiden und in Öl anbraten. Dann die geschälten Kartoffeln und die Karotten würfeln und dazugeben. Mit der Brühe auffüllen und etwa 20 Minuten kochen lassen. Danach alles grob pürieren, die Sahne einrühren und mit Salz, Pfeffer und Petersilie abschmecken.

Ofenkartoffeln mit Kräuterquark

Auch das ist einfach und beliebt.

  • 1 kg kleine bis mittlere Kartoffeln
  • 3 EL Öl
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Paprikapulver
  • 250 g Quark
  • 2 EL Joghurt
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • frische Kräuter nach Geschmack

Die Kartoffeln waschen, halbieren und mit Öl, Salz und Paprika mischen. Dann bei 200 Grad etwa 35 bis 40 Minuten backen. Für den Dip Quark, Joghurt, Knoblauch und Kräuter verrühren. Fertig. Einfach, sättigend und ehrlich gut.

Eine kleine Geste mit großer Wirkung

Am Ende bleibt vor allem eines hängen: Aus zu vielen Kartoffeln wurde eine gute Idee. Kinder halfen mit. Menschen kamen vorbei. Lebensmittel wurden genutzt statt vernichtet. Das ist kein großes Wunder, aber ein schönes Zeichen.

Vielleicht steckt darin genau die Nachricht, die gerade viele brauchen: Nicht alles, was zu viel ist, ist wertlos. Manchmal wartet nur schon jemand darauf, es mitzunehmen.

Hannah Lorenz
Hannah Lorenz

Ich lebe in Dachau und habe an der Hochschule Muenchen Journalismus studiert. Seit sieben Jahren schreibe ich ueber Wirtshaeuser, regionale Produkte und lokale Themen im Muenchner Umland. Mich interessieren klare Urteile und Adressen, die im Alltag wirklich taugen.

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